21.07.2026
Ausgezeichnete Forschung an nachhaltigen Batteriematerialien
Wissenschaftspreis für Professorin Birgit Esser
Sie arbeitet an Lösungen für eine zentrale Zukunftsfrage: Die Sprecherin des Exzellenzclusters POLiS und HIU Forschungsgruppenleiterin Professorin Birgit Esser wurde mit dem Wissenschaftspreis 2026 von der Stadt Ulm für ihre wissenschaftliche Exzellenz gewürdigt. Übergeben wurde der Preis am Schwörmontag von Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher.
Für eine gelingende Energiewende ist die elektrochemische Energiespeicherung eine Schlüsseltechnologie und damit gesellschaftlich hochrelevant. Für ihre herausragende Forschung an nachhaltigen Batteriematerialien und ihre Wissenschaftskommunikation hat die Birgit Esser, Chemikerin und Professorin an der Universität Ulm, jetzt den mit 7500 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Stadt Ulm erhalten. Überreicht hat den Preis Oberbürgermeister Martin Ansbacher am Montag, 20. Juli 2026, bei der Schwörfeier.
Birgit Esser vereint Expertise in Synthesechemie mit Knowhow aus dem Bereich organischer Batterieelektrodenmaterialien. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz will Esser die Lücke zwischen der Grundlagenforschung und deren Anwendung schließen. „Professorin Esser gehört zu den prägenden Wissenschaftlerinnen ihres Fachs“, zitierte OB Martin Ansbacher auf dem Weinhof aus dem Urkundentext. „Ihre Forschung verbindet wissenschaftliche Originalität mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.“
„Unser gemeinsames Ziel ist es, zukunftsfähige Lösungen zu finden, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll sind“, so Esser. „An organischen Elektrodenmaterialien begeistert mich der gesamte Weg: Er beginnt beim gezielten molekularen Design, mit dem wir steuern können, wie ein Material Elektronen aufnimmt oder abgibt und wie es sich elektrochemisch verhält“, erläutert die Wissenschaftlerin ihre Forschung: „Darauf aufbauend wollen wir verstehen, wie diese Materialien genau funktionieren – zum Beispiel, wie Ionen, also elektrisch geladene Teilchen, durch das Material wandern. Das erforschen wir aktuell sehr intensiv. Am Ende steht die konkrete Anwendung: der Einsatz dieser Materialien in Batteriezellen.“
Als Gründungsdirektorin des CELEST Green Energy Lab, mit dem ein Referenzlabor für elektrochemische Energiespeicher jenseits von Lithium etabliert werden soll, wirkt Esser weit über das eigene Fach hinaus und bringt Wissenschaft, Nachwuchsförderung und institutionelle Entwicklung zusammen. Sie stehe für internationale Sichtbarkeit, wissenschaftliche Exzellenz und strategische Aufbauarbeit und stärke mit ihrem Wirken den Wissenschaftsstandort Ulm in besonderer Weise, heißt es im Text der Urkunde weiter.
Der Präsident der Universität Professor Michael Weber lobte die Preisträgerin: „Wir sind stolz darauf, dass eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen auf diesem anspruchsvollen Gebiet an der Uni Ulm forscht. Birgit Esser hat großen Anteil daran, dass Ulm als Zentrum der deutschen Batterieforschung beständig neue Wege geht und der Standort auch international spitze bleibt. Wir freuen uns sehr, dass sie mit dem Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet wird.“
Weitere Informationen zu Prof. Dr. Birgit Esser
Die Chemikerin Birgit Esser wurde 2022 von der Universität Freiburg als Professorin für Organische Chemie nach Ulm berufen. Sie ist Sprecherin für den Ulmer Standort des deutschlandweit einzigen Batterie-Exzellenzclusters POLiS, der 2025 in die zweite Förderperiode gegangen ist. Seit 2024 leitet sie das Institut für Organische Chemie II und Neue Materialien; 2023 warb Esser einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) in Höhe von zwei Millionen Euro ein. Außerdem ist Esser Mitglied der Forschungsplattform CELEST und Forschungsgruppenleiterin am Helmholtz-Institut Ulm. Esser studierte und promovierte in Heidelberg und forschte an der Universität Bonn und am MIT in den USA.
Über den Wissenschaftspreis der Stadt Ulm
Alle zwei Jahre vergibt die Stadt Ulm den mit insgesamt 15 000 Euro dotierten Wissenschaftspreis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen von Einzelpersonen, Forschungs- oder Arbeitsgemeinschaften. Er geht traditionell hälftig an Forschende der Universität Ulm und der Technischen Hochschule Ulm. Den Wissenschaftspreis erkennt der Gemeinderat der Stadt Ulm auf Vorentscheidung eines Preisgerichts zu, in dem die Universität, die Technische Hochschule Ulm und Mitglieder des Gemeinderats vertreten sind.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Birgit Esser, Institut für Organische Chemie II und Neue Materialien, Mail: birgit.esser(at)uni-ulm.de
Bildquelle: Christine Liebhardt / Uni Ulm