21.07.2026
Sie arbeitet an Lösungen für eine zentrale Zukunftsfrage: Die Sprecherin des Exzellenzclusters POLiS und HIU Forschungsgruppenleiterin Professorin Birgit Esser wurde mit dem Wissenschaftspreis 2026 von der Stadt Ulm für ihre wissenschaftliche Exzellenz gewürdigt. Übergeben wurde der Preis am Schwörmontag von Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher.
Für eine gelingende Energiewende ist die elektrochemische Energiespeicherung eine Schlüsseltechnologie und damit gesellschaftlich hochrelevant. Für ihre herausragende Forschung an nachhaltigen Batteriematerialien und ihre Wissenschaftskommunikation hat die Birgit Esser, Chemikerin und Professorin an der Universität Ulm, jetzt den mit 7500 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Stadt Ulm erhalten. Überreicht hat den Preis Oberbürgermeister Martin Ansbacher am Montag, 20. Juli 2026, bei der Schwörfeier.
Birgit Esser vereint Expertise in Synthesechemie mit Knowhow aus dem Bereich organischer Batterieelektrodenmaterialien. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz will Esser die Lücke zwischen der Grundlagenforschung und deren Anwendung schließen. „Professorin Esser gehört zu den prägenden Wissenschaftlerinnen ihres Fachs“, zitierte OB Martin Ansbacher auf dem Weinhof aus dem Urkundentext. „Ihre Forschung verbindet wissenschaftliche Originalität mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.“
„Unser gemeinsames Ziel ist es, zukunftsfähige Lösungen zu finden, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll sind“, so Esser. „An organischen Elektrodenmaterialien begeistert mich der gesamte Weg: Er beginnt beim gezielten molekularen Design, mit dem wir steuern können, wie ein Material Elektronen aufnimmt oder abgibt und wie es sich elektrochemisch verhält“, erläutert die Wissenschaftlerin ihre Forschung: „Darauf aufbauend wollen wir verstehen, wie diese Materialien genau funktionieren – zum Beispiel, wie Ionen, also elektrisch geladene Teilchen, durch das Material wandern. Das erforschen wir aktuell sehr intensiv. Am Ende steht die konkrete Anwendung: der Einsatz dieser Materialien in Batteriezellen.“
Als Gründungsdirektorin des CELEST Green Energy Lab, mit dem ein Referenzlabor für elektrochemische Energiespeicher jenseits von Lithium etabliert werden soll, wirkt Esser weit über das eigene Fach hinaus und bringt Wissenschaft, Nachwuchsförderung und institutionelle Entwicklung zusammen. Sie stehe für internationale Sichtbarkeit, wissenschaftliche Exzellenz und strategische Aufbauarbeit und stärke mit ihrem Wirken den Wissenschaftsstandort Ulm in besonderer Weise, heißt es im Text der Urkunde weiter.
Der Präsident der Universität Professor Michael Weber lobte die Preisträgerin: „Wir sind stolz darauf, dass eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen auf diesem anspruchsvollen Gebiet an der Uni Ulm forscht. Birgit Esser hat großen Anteil daran, dass Ulm als Zentrum der deutschen Batterieforschung beständig neue Wege geht und der Standort auch international spitze bleibt. Wir freuen uns sehr, dass sie mit dem Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet wird.“
Weitere Informationen zu Prof. Dr. Birgit Esser
Die Chemikerin Birgit Esser wurde 2022 von der Universität Freiburg als Professorin für Organische Chemie nach Ulm berufen. Sie ist Sprecherin für den Ulmer Standort des deutschlandweit einzigen Batterie-Exzellenzclusters POLiS, der 2025 in die zweite Förderperiode gegangen ist. Seit 2024 leitet sie das Institut für Organische Chemie II und Neue Materialien; 2023 warb Esser einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) in Höhe von zwei Millionen Euro ein. Außerdem ist Esser Mitglied der Forschungsplattform CELEST und Forschungsgruppenleiterin am Helmholtz-Institut Ulm. Esser studierte und promovierte in Heidelberg und forschte an der Universität Bonn und am MIT in den USA.
Über den Wissenschaftspreis der Stadt Ulm
Alle zwei Jahre vergibt die Stadt Ulm den mit insgesamt 15 000 Euro dotierten Wissenschaftspreis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen von Einzelpersonen, Forschungs- oder Arbeitsgemeinschaften. Er geht traditionell hälftig an Forschende der Universität Ulm und der Technischen Hochschule Ulm. Den Wissenschaftspreis erkennt der Gemeinderat der Stadt Ulm auf Vorentscheidung eines Preisgerichts zu, in dem die Universität, die Technische Hochschule Ulm und Mitglieder des Gemeinderats vertreten sind.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Birgit Esser, Institut für Organische Chemie II und Neue Materialien, Mail: birgit.esser(at)uni-ulm.de
Bildquelle: Christine Liebhardt / Uni Ulm
06.07.2026
Investitionen in Forschung sind Investitionen in unsere Zukunft – aber erst eine konkrete Marktperspektive hilft dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Anwendung zu bringen. Genau dafür wurde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) der NEULAND Ideenwettbewerb ins Leben gerufen. Ausgezeichnet werden Projekte, die einen besonderen Nutzen für die industrielle Anwendung versprechen.
Wir freuen uns sehr, dass Unho Jung und Dominik Steinle vom Helmholtz-Institut Ulm mit ihrem Projekt PolySafeBatt einen der begehrten NEULAND-Awards 2026 erhalten haben.
PolySafeBatt entwickelt eine neue Generation von Lithium-Metall-Batterien auf Polymerbasis. Im Zentrum steht eine Hochvolt-Halbfeststoff-Polymerbatterie-Plattform, die drei zentrale Vorteile miteinander verbindet:
Das Herzstück der Technologie sind Polymerelektrolyte, die im Gegensatz zu klassischen Flüssigelektrolyten nicht auslaufen können – ein entscheidender Sicherheitsvorteil. Gleichzeitig sind sie kompatibel mit hochenergetischen Kathodenmaterialien sowie mit Lithium-Metall-Anoden, die für besonders hohe Energiedichten sorgen. Damit verbindet die Plattform zwei Eigenschaften, die in der Batterieforschung oft im Zielkonflikt stehen: maximale Sicherheit und maximale Leistungsfähigkeit.
Je mehr Energie eine Batterie speichert, desto höher sind in der Regel auch die Anforderungen an ihre Sicherheit. Klassische Lithium-Ionen-Zellen mit flüssigem Elektrolyten bergen bei Beschädigung oder Überlastung ein gewisses Risiko – etwa durch auslaufende oder entflammbare Elektrolyte. Halbfeststoff- und Polymersysteme wie das von PolySafeBatt setzen genau hier an: Sie reduzieren dieses Risiko strukturell, ohne dabei auf hohe Energiedichte verzichten zu müssen.
Das macht die Technologie besonders interessant für Bereiche, in denen Batterien nah am Menschen oder unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen eingesetzt werden.
Die Plattform ist gezielt für sicherheits- und energiedichtesensitive Batteriesysteme konzipiert. Zu den wichtigsten Einsatzfeldern zählen:
Gerade der Robotik-Sektor wächst rasant und stellt neue Anforderungen an Energiespeicher: kompakte Bauweise, hohe Leistungsdichte und ein Höchstmaß an Betriebssicherheit müssen dort gleichzeitig erfüllt werden. Mit ihrem flexiblen Formfaktor-Konzept adressiert die PolySafeBatt-Plattform genau diese Anforderungen.
Der NEULAND Ideenwettbewerb des KIT zeichnet Forschungsprojekte aus, die über die akademische Relevanz hinaus ein konkretes industrielles Anwendungspotenzial mitbringen. Dass PolySafeBatt mit einem der begehrten Awards 2026 gewürdigt wurde, unterstreicht das Potenzial dieser Materialplattform, den Sprung von der Grundlagenforschung in die industrielle Anwendung zu schaffen.
Für das Helmholtz-Institut Ulm ist diese Auszeichnung ein weiterer Beleg dafür, wie eng Materialforschung und Anwendungsperspektive an unserem Institut zusammengedacht werden.
Sie möchten mehr darüber erfahren, wie die Hochvolt-Halbfeststoff-Polymerbatterie-Plattform von PolySafeBatt konkret aussieht und funktioniert? Melden Sie sich gerne bei uns – wir freuen uns über Ihr Interesse und den Austausch mit Industrie und Forschung.
Herzlichen Glückwunsch an Unho Jung und Dominik Steinle zum NEULAND-Award 2026!
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Anna Sophia Boden / Kommunikation und Presse / sophia.boden@kit.edu
24.06.2026
HIU-Direktor Prof. Dr. Maximilian Fichtner beim IdeenExpo Talk mit Ranga Yogeshwar: Batterieforschung trifft breite Öffentlichkeit
Am 23. Juni 2026 war Prof. Dr. Maximilian Fichtner, Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung (HIU), Gast der IdeenExpo-Talkreihe „Yes, we can!“. Unter dem Titel „Vom Gestern ins Morgen – wie gelingt der Umbruch?“ diskutierte Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar gemeinsam mit Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Energieversorgung und Raumfahrt über die Voraussetzungen für erfolgreiche Transformation — darunter neben Fichtner auch Astronautin Rabea Rogge, Herzchirurg Prof. Dr. Axel Haverich sowie Vertreter regionaler Energieversorger.
Veranstaltungsort war das UNESCO-Welterbe Fagus-Werk in Alfeld, ein symbolträchtiger Rahmen für eine Diskussion über Wandel und Aufbruch. Im Mittelpunkt des Abends standen die großen Umbrüche unserer Zeit: diskutiert wurde, wie Deutschland den Wandel in den Bereichen Energie, Technologie, Wissenschaft und Infrastruktur erfolgreich gestalten kann und welche Voraussetzungen notwendig sind, um Innovationen schneller in die Praxis zu bringen.
Einladungen wie diese unterstreichen, wie zentral die Arbeit des HIU für gesellschaftlich relevante Zukunftsfragen ist. Batterietechnologie und elektrochemische Energiespeicherung sind keine abstrakte Laborwissenschaft — sie sind Schlüsseltechnologien für die Energiewende, die Mobilität von morgen und die Versorgungssicherheit ganzer Regionen.
Die IdeenExpo gilt als Europas größtes Technologie- und Innovationsfestival für junge Menschen. Vom 20. bis 28. Juni 2026 präsentieren auf dem Messegelände Hannover mehr als 330 Aussteller über 800 Mitmach-Exponate in 14 Themenbereichen — bei freiem Eintritt an allen Veranstaltungstagen. Dass die Talkreihe bewusst außerhalb des Messegeländes stattfindet und Persönlichkeiten wie Fichtner in den Dialog mit Wirtschaft und Gesellschaft bringt, zeigt: Spitzenforschung gehört in die Öffentlichkeit.
Foto: (c) iserundschmidt GmbH
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Anna Sophia Boden / Kommunikation und Presse / sophia.boden@kit.edu
24.04.2026
Batterie versus Wasserstoff. Simulation versus Experiment. Exzellenzinitiative versus Exzellenzstrategie.
Energiespeicherforschung besteht aus vielfältigen Perspektiven. Die Studienstiftung des Deutschen Volkes war im April 2026 mit ihrer Alumni-Sommerakademie zu Besuch beim HIU und erhielt spannende Einblicke in die Fragestellungen und Forschungsergebnisse am Helmholtz Institut Ulm. Von einem wissenschaftlichen Vortrag von Prof. Dr. Axel Groß, Gründungsmitglied und Forschungsgruppenleiter am HIU, bis zur Laborführung mit Forschungsgruppenleiter Dr. Simon Fleischmann.
Die interessierte Gruppe der Studienstiftung des deutschen Volkes wurde bei ihrem Besuch nicht nur in die Geschichte des HIU eingeweiht, sondern auch in wissenschaftliche Fragestellungen am Institut. Lithium-Ionen-Batterien sind nach wie vor ein wahres Wunderwerk der Technologie. Aber sie bekommen zunehmend nachhaltige Konkurrenz. Insbesondere am Exzellenzcluster POLiS wird an Alternativen geforscht, die leistungsfähiger, zuverlässiger, nachhaltiger und umweltfreundlicher sind als die derzeitigen Lithium-Ionen-Batterien.
Mit Besuchen für ein interdisziplinäres, interessiertes Publikum fördert das Helmholtz Institut Ulm den Wissenschaftstransfer in die breite Gesellschaft – denn Forschung entfaltet ihre volle Wirkung erst, wenn sie verstanden wird und Unterstützung findet.
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Anna Sophia Boden / Kommunikation und Presse / sophia.boden@kit.edu
07.04.2026
Ist unsere Stromversorgung auch bei einer Dunkelflaute gesichert?
Welche Rolle könnten Batterien hier spielen?
Auf der Suche nach Antworten wird Harald Lesch vom ZDF am Helmholtz Institut Ulm fündig. Prof. Dr. Maximilian Fichtner, geschäftsführender Direktor der HIU, gibt in der neuen Terra X Dokumentation „Blackout — Wie sicher ist unsere Stromversorgung?“ Einblick in Energielösungen für die Zukunft. (Terra X, 7. April 2026, Start Interview ab Minute 09:06). Ein längeres Interview ist ebenfalls verfügbar unter Interview: Energie speichern für den Ernstfall | Terra X.
18.02.2026
Vier geförderte Vorhaben stärken Forschungsinfrastrukturen in Produktionstechnik, Klimaforschung, Batterierecycling und Quantenkommunikation
Im aktuellen Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg um Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) außerordentlich erfolgreich abgeschnitten. Für drei Projekte als Antragsteller sowie ein weiteres als Partner wirbt das KIT insgesamt 5 855 000 Euro ein. Die Mittel fließen in den gezielten Ausbau moderner Forschungsinfrastrukturen in strategischen Zukunftsfeldern.
Wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg am Mittwoch dieser Woche, dem 18. Februar 2026, mitteilte, stellt das Land für neue Forschungsplattformen an Landesuniversitäten EFRE-Mittel von insgesamt 12,6 Millionen Euro bereit. Mit rund 5,8 Millionen Euro entfällt ein erheblicher Anteil der Förderung auf das KIT.
„Moderne Forschungsinfrastrukturen sind die Voraussetzung dafür, dass aus wissenschaftlicher Erkenntnis konkrete Lösungen werden“, sagt Professorin Anke-Susanne Müller, Vice Provost Forschungsinfrastrukturen des KIT. „Als ‚Die Universität in der Helmholtz-Gemeinschaft‘ verbinden wir Grundlagenforschung und Anwendung – die EFRE-Förderung stärkt uns genau dort, wo wir Exzellenz in gesellschaftliche und technologische Wirkung überführen.“
Die geförderten Projekte im Überblick
Am Innovationscampus Mobilität der Zukunft bauen das KIT und die Universität Stuttgart mit ModuLaF (steht für: Modulare KI-gestützte Lasertechnologieplattform für die autonome, flexible und resiliente Fertigung) eine skalierbare Lasertechnologieplattform auf. Die modularen Anlagen an beiden Standorten sind hard- und softwareseitig zu einem Gesamtsystem vernetzt. Integrierte Sensoren und KI-Algorithmen steuern darin selbstoptimierend und in Echtzeit additive, fügende und trennende Verfahren. „Wir schaffen eine einzigartige Forschungsplattform für die autonome Lasermaterialbearbeitung. Die standortübergreifende Vernetzung mit KI-gestützter Prozessintelligenz ermöglicht resiliente, flexible Produktionssysteme und stärkt die technologische Wettbewerbsfähigkeit Baden-Württembergs und Europas“, sagt Professor Frederik Zanger vom wbk Institut für Produktionstechnik des KIT.
Am Innovationscampus Nachhaltigkeit entsteht mit 4SURE (steht für: Smart Sensor System for Sustainable Urban Regions) ein dichtes städtisches Messnetz für die Klimaresilienz- und Transformationsforschung. In Karlsruhe, Freiburg und weiteren Kommunen Baden-Württembergs erfassen hochauflösende Sensoren dabei in Echtzeit Extremereignisse wie Hitze, Trockenheit oder Starkregen sowie deren Auswirkungen auf Menschen, Bäume und Infrastruktur. „Mit 4SURE schaffen wir gemeinsam mit der Universität Freiburg eine Datengrundlage für nachhaltige und gerechte Stadtentwicklung“, freut sich Professor Jan Cermak vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Spurengase und Fernerkundung des KIT.
Ein weiteres gefördertes Vorhaben ist am Center for Electrochemical Energy Storage Ulm & Karlsruhe (CELEST) angesiedelt. Im Projekt CERL (steht für: CELEST Circular Economy Recycling Lab) entsteht eine Forschungsinfrastruktur für geschlossene Materialkreisläufe in der Batterietechnologie. Ziel ist es, innovative Recyclingverfahren für Lithium- und Post-Lithium-Systeme so zu entwickeln, dass Materialien am Ende ihres Lebenszyklus effizient zurückgewonnen und in Batterien wiederverwendet werden können. Perspektivisch sollen mit den gewonnenen Erkenntnissen auch „Design for Circularity“-Ansätze erforscht werden – also Batteriekonzepte, die von Beginn an auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt sind.
Innerhalb des Innovationscampus QuantumBW ist das KIT darüber hinaus Partner im Projekt QuantumBW.Net. Ziel der Kooperation von Universität Stuttgart, Universität Ulm und KIT ist es, quantensichere Kommunikation sowie quantenspezifische Funktionalitäten in realen Netzwerken zu ermöglichen – ein wichtiger Schritt in Richtung Quanteninternet. „Mit dem Großgerät QuantumBW.Net verbinden wir erstmals lokale Teststrecken zu einem standortübergreifenden Quantennetzwerk zwischen Karlsruhe, Stuttgart und Ulm“, erläutert Professor David Hunger vom Physikalischen Institut des KIT. „Das eröffnet neue Entwicklungs- und Anwendungsszenarien für quantensichere Kommunikation – mit dem langfristigen Ziel eines landesweiten Netzes.“
Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert Innovation, Wachstum und Beschäftigung in Europa. In Baden-Württemberg liegt der Schwerpunkt auf strategischen Technologien im Rahmen der EU-Initiative Strategische Technologien für Europa (STEP).
Mit den EFRE-Mitteln investiert das Land gezielt in Schlüsseltechnologien und moderne Großgeräte beziehungsweise Technologieplattformen. Die neuen Forschungsinfrastrukturen sind zugänglich für die jeweiligen Innovationsökosysteme und stärken auch auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Technologiestandorts Baden-Württemberg.
https://www.kit.edu/kit/pi_2026_012_5-8-millionen-euro-aus-efre-fonds-fur-das-kit.php
Justus Hartlieb
Pressereferent
Tel.: +49 721 608-41155
justus.hartlieb@kit edu
14.01.2026
Ulmer Stadtrat zu Gast am Helmholtz-Institut Ulm: Einblicke in die Energiespeicherung der Zukunft
Heute besuchten die Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Ulm das Helmholtz-Institut Ulm (HIU), um sich aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen in der Energiespeicherung zu informieren. Oberbürgermeister Martin Ansbacher sowie die Bürgermeister Martin Bendel, Iris Mann und Tim von Winning folgten der Einladung an das renommierte Forschungsinstitut.
Institutsdirektor Professor Dr. Maximilian Fichtner eröffnete den Besuch mit einem Fachvortrag unter dem Titel „Energiespeicherung der Zukunft – Wasserstoff, E-Fuels, Batterien“. Darin beleuchtete er zentrale Herausforderungen und Chancen moderner Energiespeichertechnologien und zeigte auf, welche Rolle Batterieforschung für eine nachhaltige Energieversorgung spielt. In der anschließenden Diskussion zeigten sich die Ulmer Stadträtinnen und Stadträte äußerst interessiert. Es entwickelte sich ein lebhafter Austausch zu den vorgestellten Technologien, ihren Anwendungsmöglichkeiten sowie zur Bedeutung des HIU für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Ulm.
Besonders großes Interesse zeigten die Lokalpolitiker bei der Diskussionen rund um Elektroautos im urbanen Raum. Auch die Arbeitsplatzsicherheit bei deutschen Automobilherstellern und die Auswirkungen des technologischen Wandels auf den Wirtschaftsstandort Ulm standen im Fokus der Diskussion.
Abgerundet wurde der Besuch durch eine Führung durch die Labore des Instituts. Dabei erhielten die Gäste detaillierte Einblicke in die technische Ausstattung, die angewendeten Forschungs- und Analyseverfahren sowie die räumlichen Gegebenheiten des HIU. Der Rundgang vermittelte einen anschaulichen Eindruck der hochmodernen Forschungsarbeit, die am Standort Ulm geleistet wird.
Der Besuch unterstrich die enge Verbindung zwischen Stadtpolitik und Wissenschaft und machte deutlich, welchen Beitrag das HIU zur Zukunftsfähigkeit der Region im Bereich Energiespeicherung und Batterietechnik leistet.
Folien zu Fichtners Präsentation: https://hiu-batteries.de/wp-content/uploads/2026/01/Presentation-Batterieforschung-Ulm_260114-2.pdf
22.10.2025
HIU-Direktor Prof. Dr. Maximilian Fichtner ist mit dem internationalen Dr. Barbara Mez-Starck-Preis 2025 ausgezeichnet worden. Die feierliche Preisverleihung fand am am 21.10.2025 im Dr. Barbara Mez-Starck-Haus der Universität Ulm statt.
Die Dr. Barbara Mez-Starck Stiftung würdigt mit dem Preis herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Chemie und Physik. In diesem Jahr ist die Auszeichnung erstmals mit 25.000 Euro dotiert – ein deutliches Signal der Stiftung, die Grundlagenforschung an der Universität Ulm weiter zu stärken.
In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Axel Groß Fichtners wegweisende Beiträge zur Batterieforschung hervor: „Maximilian Fichtner hat die Entwicklung von Batterien jenseits von Lithium entscheidend vorangetrieben und neue Ansätze im Bereich multivalenter Systeme aufgezeigt. Seine Arbeiten tragen wesentlich zum Verständnis elektrochemischer Energiespeicherung bei.“
Neben seiner wissenschaftlichen Exzellenz betonte die Stiftung auch Fichtners Engagement in der Wissenschaftskommunikation. Mit Vorträgen, Medienauftritten und zahlreichen Auftritten im Geladen Podcast trägt er dazu bei, komplexe Themen wie Energiespeicherung und nachhaltige Technologien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
In seiner Dankesrede unterstrich Fichtner die Bedeutung von Neugier und Zusammenarbeit in der Forschung: „Forschungserfolg ist immer Teamarbeit. Der Preis ehrt nicht nur mich, sondern auch alle Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich an der Zukunft nachhaltiger Energiesysteme arbeiten.“
Die Preisverleihung war Teil einer Festveranstaltung, bei der zuvor ein Kunstwerk zu Ehren von Dr. Barbara Mez-Starck eingeweiht wurde. Die Skulptur des Frankfurter Künstlers Jasper Bamberger reflektiert das Lebenswerk der Stifterin – den berühmten Starck-Katalog – und thematisiert den menschlichen Drang, Wissen zu sammeln und weiterzugeben.
07.10.2025
Quantum & Space Day am 7. Oktober 2025 (15:00 bis 17:30)
Das Ulmer Quantenjahr „quant.ulm.2025“ unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Martin Ansbacher mündet ins „Ulmer Quantenfestival“ vom 6. bis 12. Oktober. Die Veranstaltung im Stadthaus bietet ein breit gefächertes Programm rund um den Stand der Forschung zu den Kleinstteilchen. Eine Kunstausstellung und ein Konzert, die sich den Quanten aus einer anderen Perspektiven nähern, runden das Programm ab.
Für die Veranstaltungen ist der Eintritt jeweils frei – lediglich für das Konzert am Samstag müssen Karten erworben werden.
Auch HIU-Forschende sind dabei: Die DLR-Forschungsgruppe rund um Prof. Dr. Birger Horstmann nimmt ebenfalls am Quantum & Space Day am 7. Oktober teil. Die Forschungsgruppe möchte dort der Öffentlichkeit näherbringen, dass Quantenprozesse in Batterien eine wichtige Rolle spielen.
Information auf einen Blick:
Der DLR Quantum & Space Day findet im Rahmen der Quantenwoche/des Quantenfestivals im Stadthaus in Ulm statt. Von 15 Uhr bis 17:30 Uhr ist die Veranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Geplant sind Vorträge sowie Mitmachexperimente und Gespräche mit Wissenschaftlern des Instituts für Quantentechnologien. Somit soll ein familienfreundliches und buntes Programm rund um Quanten und Space geboten werden.
https://www.ulm.de/leben-in-ulm/digitale-stadt/q25_programm
https://event.dlr.de/event/dlr-quantum-space-day/
23.08.2025
Neues Forschungsprojekt „HighMag“ bewilligt: Hochenergetische, kostengünstige und skalierbare Magnesiumbatterien der 5. Generation für Mobilitätsanwendungen
„HighMag“ wird im Rahmen der EU-Ausschreibung „HORIZON-CL5-2024-D2-02“ gefördert und erhält insg. 5 Millionen Euro, um die Entwicklung wiederaufladbarer Magnesiumbatterien umfassend voranzutreiben. Das „HighMag“-Konsortium wird vom „Austrian Institute for Technology“ (AIT) koordiniert und besteht aus 13 Partnern aus Wissenschaft und Industrie aus EU- und Nicht-EU-Ländern (u.a. Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland & Polen, Israel, Großbritannien und der Schweiz).
Im Rahmen des Projekts entwickelte die HIU-Forschungsgruppe „Solid-State-Chemistry“ rund um Prof. Maximilian Fichtner verbesserte Elektrolyte für wiederaufladbare Magnesiumbatterien (DOI: 10.1002/chem.202402754).
Eines unserer Ziele ist es, die Leistung des etablierten Elektrolyten, der ein hochfluoriertes organisches Magnesiumsalz enthält (DOI: 10.1021/acsenergylett.8b01061, DOI: 10.1039/C7TA02237A, DOI: 10.1016/j.ensm.2021.11.012), durch anorganische Additive (DOI: 10.1021/acsami.1c07648) und alternative (Co-)Lösungsmittel zu verbessern.
Das darüber hinausgehende Ziel ist die Entwicklung eines Elektrolyten, der frei von fluorierten Kohlenwasserstoffen ist. Die Verwendung solcher Verbindungen, auch bekannt als PFAS [a] (Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen), in Konsumgütern und Materialien wird aufgrund ihrer extrem langen Persistenz in der Umwelt und der Toxizität ihrer Abbauprodukte zunehmend als problematisch angesehen. Umweltfreundlichere Materialien mit ähnlicher Leistung sind daher dringend gefragt.
Weiterführende Information:
Aktuelle Informationen zum Fortschritt von „HighMag“ finden Sie hier: https://highmag-project.eu/
[a] https://echa.europa.eu/hot-topics/perfluoroalkyl-chemicals-pfas
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