18.02.2026
Vier geförderte Vorhaben stärken Forschungsinfrastrukturen in Produktionstechnik, Klimaforschung, Batterierecycling und Quantenkommunikation
Im aktuellen Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg um Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) außerordentlich erfolgreich abgeschnitten. Für drei Projekte als Antragsteller sowie ein weiteres als Partner wirbt das KIT insgesamt 5 855 000 Euro ein. Die Mittel fließen in den gezielten Ausbau moderner Forschungsinfrastrukturen in strategischen Zukunftsfeldern.
Wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg am Mittwoch dieser Woche, dem 18. Februar 2026, mitteilte, stellt das Land für neue Forschungsplattformen an Landesuniversitäten EFRE-Mittel von insgesamt 12,6 Millionen Euro bereit. Mit rund 5,8 Millionen Euro entfällt ein erheblicher Anteil der Förderung auf das KIT.
„Moderne Forschungsinfrastrukturen sind die Voraussetzung dafür, dass aus wissenschaftlicher Erkenntnis konkrete Lösungen werden“, sagt Professorin Anke-Susanne Müller, Vice Provost Forschungsinfrastrukturen des KIT. „Als ‚Die Universität in der Helmholtz-Gemeinschaft‘ verbinden wir Grundlagenforschung und Anwendung – die EFRE-Förderung stärkt uns genau dort, wo wir Exzellenz in gesellschaftliche und technologische Wirkung überführen.“
Die geförderten Projekte im Überblick
Am Innovationscampus Mobilität der Zukunft bauen das KIT und die Universität Stuttgart mit ModuLaF (steht für: Modulare KI-gestützte Lasertechnologieplattform für die autonome, flexible und resiliente Fertigung) eine skalierbare Lasertechnologieplattform auf. Die modularen Anlagen an beiden Standorten sind hard- und softwareseitig zu einem Gesamtsystem vernetzt. Integrierte Sensoren und KI-Algorithmen steuern darin selbstoptimierend und in Echtzeit additive, fügende und trennende Verfahren. „Wir schaffen eine einzigartige Forschungsplattform für die autonome Lasermaterialbearbeitung. Die standortübergreifende Vernetzung mit KI-gestützter Prozessintelligenz ermöglicht resiliente, flexible Produktionssysteme und stärkt die technologische Wettbewerbsfähigkeit Baden-Württembergs und Europas“, sagt Professor Frederik Zanger vom wbk Institut für Produktionstechnik des KIT.
Am Innovationscampus Nachhaltigkeit entsteht mit 4SURE (steht für: Smart Sensor System for Sustainable Urban Regions) ein dichtes städtisches Messnetz für die Klimaresilienz- und Transformationsforschung. In Karlsruhe, Freiburg und weiteren Kommunen Baden-Württembergs erfassen hochauflösende Sensoren dabei in Echtzeit Extremereignisse wie Hitze, Trockenheit oder Starkregen sowie deren Auswirkungen auf Menschen, Bäume und Infrastruktur. „Mit 4SURE schaffen wir gemeinsam mit der Universität Freiburg eine Datengrundlage für nachhaltige und gerechte Stadtentwicklung“, freut sich Professor Jan Cermak vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Spurengase und Fernerkundung des KIT.
Ein weiteres gefördertes Vorhaben ist am Center for Electrochemical Energy Storage Ulm & Karlsruhe (CELEST) angesiedelt. Im Projekt CERL (steht für: CELEST Circular Economy Recycling Lab) entsteht eine Forschungsinfrastruktur für geschlossene Materialkreisläufe in der Batterietechnologie. Ziel ist es, innovative Recyclingverfahren für Lithium- und Post-Lithium-Systeme so zu entwickeln, dass Materialien am Ende ihres Lebenszyklus effizient zurückgewonnen und in Batterien wiederverwendet werden können. Perspektivisch sollen mit den gewonnenen Erkenntnissen auch „Design for Circularity“-Ansätze erforscht werden – also Batteriekonzepte, die von Beginn an auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt sind.
Innerhalb des Innovationscampus QuantumBW ist das KIT darüber hinaus Partner im Projekt QuantumBW.Net. Ziel der Kooperation von Universität Stuttgart, Universität Ulm und KIT ist es, quantensichere Kommunikation sowie quantenspezifische Funktionalitäten in realen Netzwerken zu ermöglichen – ein wichtiger Schritt in Richtung Quanteninternet. „Mit dem Großgerät QuantumBW.Net verbinden wir erstmals lokale Teststrecken zu einem standortübergreifenden Quantennetzwerk zwischen Karlsruhe, Stuttgart und Ulm“, erläutert Professor David Hunger vom Physikalischen Institut des KIT. „Das eröffnet neue Entwicklungs- und Anwendungsszenarien für quantensichere Kommunikation – mit dem langfristigen Ziel eines landesweiten Netzes.“
Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert Innovation, Wachstum und Beschäftigung in Europa. In Baden-Württemberg liegt der Schwerpunkt auf strategischen Technologien im Rahmen der EU-Initiative Strategische Technologien für Europa (STEP).
Mit den EFRE-Mitteln investiert das Land gezielt in Schlüsseltechnologien und moderne Großgeräte beziehungsweise Technologieplattformen. Die neuen Forschungsinfrastrukturen sind zugänglich für die jeweiligen Innovationsökosysteme und stärken auch auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Technologiestandorts Baden-Württemberg.
https://www.kit.edu/kit/pi_2026_012_5-8-millionen-euro-aus-efre-fonds-fur-das-kit.php
Justus Hartlieb
Pressereferent
Tel.: +49 721 608-41155
justus.hartlieb@kit edu
14.01.2026
Ulmer Stadtrat zu Gast am Helmholtz-Institut Ulm: Einblicke in die Energiespeicherung der Zukunft
Heute besuchten die Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Ulm das Helmholtz-Institut Ulm (HIU), um sich aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen in der Energiespeicherung zu informieren. Oberbürgermeister Martin Ansbacher sowie die Bürgermeister Martin Bendel, Iris Mann und Tim von Winning folgten der Einladung an das renommierte Forschungsinstitut.
Institutsdirektor Professor Dr. Maximilian Fichtner eröffnete den Besuch mit einem Fachvortrag unter dem Titel „Energiespeicherung der Zukunft – Wasserstoff, E-Fuels, Batterien“. Darin beleuchtete er zentrale Herausforderungen und Chancen moderner Energiespeichertechnologien und zeigte auf, welche Rolle Batterieforschung für eine nachhaltige Energieversorgung spielt. In der anschließenden Diskussion zeigten sich die Ulmer Stadträtinnen und Stadträte äußerst interessiert. Es entwickelte sich ein lebhafter Austausch zu den vorgestellten Technologien, ihren Anwendungsmöglichkeiten sowie zur Bedeutung des HIU für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Ulm.
Besonders großes Interesse zeigten die Lokalpolitiker bei der Diskussionen rund um Elektroautos im urbanen Raum. Auch die Arbeitsplatzsicherheit bei deutschen Automobilherstellern und die Auswirkungen des technologischen Wandels auf den Wirtschaftsstandort Ulm standen im Fokus der Diskussion.
Abgerundet wurde der Besuch durch eine Führung durch die Labore des Instituts. Dabei erhielten die Gäste detaillierte Einblicke in die technische Ausstattung, die angewendeten Forschungs- und Analyseverfahren sowie die räumlichen Gegebenheiten des HIU. Der Rundgang vermittelte einen anschaulichen Eindruck der hochmodernen Forschungsarbeit, die am Standort Ulm geleistet wird.
Der Besuch unterstrich die enge Verbindung zwischen Stadtpolitik und Wissenschaft und machte deutlich, welchen Beitrag das HIU zur Zukunftsfähigkeit der Region im Bereich Energiespeicherung und Batterietechnik leistet.
Folien zu Fichtners Präsentation: https://hiu-batteries.de/wp-content/uploads/2026/01/Presentation-Batterieforschung-Ulm_260114-2.pdf
22.10.2025
HIU-Direktor Prof. Dr. Maximilian Fichtner ist mit dem internationalen Dr. Barbara Mez-Starck-Preis 2025 ausgezeichnet worden. Die feierliche Preisverleihung fand am am 21.10.2025 im Dr. Barbara Mez-Starck-Haus der Universität Ulm statt.
Die Dr. Barbara Mez-Starck Stiftung würdigt mit dem Preis herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Chemie und Physik. In diesem Jahr ist die Auszeichnung erstmals mit 25.000 Euro dotiert – ein deutliches Signal der Stiftung, die Grundlagenforschung an der Universität Ulm weiter zu stärken.
In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Axel Groß Fichtners wegweisende Beiträge zur Batterieforschung hervor: „Maximilian Fichtner hat die Entwicklung von Batterien jenseits von Lithium entscheidend vorangetrieben und neue Ansätze im Bereich multivalenter Systeme aufgezeigt. Seine Arbeiten tragen wesentlich zum Verständnis elektrochemischer Energiespeicherung bei.“
Neben seiner wissenschaftlichen Exzellenz betonte die Stiftung auch Fichtners Engagement in der Wissenschaftskommunikation. Mit Vorträgen, Medienauftritten und zahlreichen Auftritten im Geladen Podcast trägt er dazu bei, komplexe Themen wie Energiespeicherung und nachhaltige Technologien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
In seiner Dankesrede unterstrich Fichtner die Bedeutung von Neugier und Zusammenarbeit in der Forschung: „Forschungserfolg ist immer Teamarbeit. Der Preis ehrt nicht nur mich, sondern auch alle Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich an der Zukunft nachhaltiger Energiesysteme arbeiten.“
Die Preisverleihung war Teil einer Festveranstaltung, bei der zuvor ein Kunstwerk zu Ehren von Dr. Barbara Mez-Starck eingeweiht wurde. Die Skulptur des Frankfurter Künstlers Jasper Bamberger reflektiert das Lebenswerk der Stifterin – den berühmten Starck-Katalog – und thematisiert den menschlichen Drang, Wissen zu sammeln und weiterzugeben.
07.10.2025
Quantum & Space Day am 7. Oktober 2025 (15:00 bis 17:30)
Das Ulmer Quantenjahr „quant.ulm.2025“ unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Martin Ansbacher mündet ins „Ulmer Quantenfestival“ vom 6. bis 12. Oktober. Die Veranstaltung im Stadthaus bietet ein breit gefächertes Programm rund um den Stand der Forschung zu den Kleinstteilchen. Eine Kunstausstellung und ein Konzert, die sich den Quanten aus einer anderen Perspektiven nähern, runden das Programm ab.
Für die Veranstaltungen ist der Eintritt jeweils frei – lediglich für das Konzert am Samstag müssen Karten erworben werden.
Auch HIU-Forschende sind dabei: Die DLR-Forschungsgruppe rund um Prof. Dr. Birger Horstmann nimmt ebenfalls am Quantum & Space Day am 7. Oktober teil. Die Forschungsgruppe möchte dort der Öffentlichkeit näherbringen, dass Quantenprozesse in Batterien eine wichtige Rolle spielen.
Information auf einen Blick:
Der DLR Quantum & Space Day findet im Rahmen der Quantenwoche/des Quantenfestivals im Stadthaus in Ulm statt. Von 15 Uhr bis 17:30 Uhr ist die Veranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Geplant sind Vorträge sowie Mitmachexperimente und Gespräche mit Wissenschaftlern des Instituts für Quantentechnologien. Somit soll ein familienfreundliches und buntes Programm rund um Quanten und Space geboten werden.
https://www.ulm.de/leben-in-ulm/digitale-stadt/q25_programm
https://event.dlr.de/event/dlr-quantum-space-day/
23.08.2025
Neues Forschungsprojekt „HighMag“ bewilligt: Hochenergetische, kostengünstige und skalierbare Magnesiumbatterien der 5. Generation für Mobilitätsanwendungen
„HighMag“ wird im Rahmen der EU-Ausschreibung „HORIZON-CL5-2024-D2-02“ gefördert und erhält insg. 5 Millionen Euro, um die Entwicklung wiederaufladbarer Magnesiumbatterien umfassend voranzutreiben. Das „HighMag“-Konsortium wird vom „Austrian Institute for Technology“ (AIT) koordiniert und besteht aus 13 Partnern aus Wissenschaft und Industrie aus EU- und Nicht-EU-Ländern (u.a. Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland & Polen, Israel, Großbritannien und der Schweiz).
Im Rahmen des Projekts entwickelte die HIU-Forschungsgruppe „Solid-State-Chemistry“ rund um Prof. Maximilian Fichtner verbesserte Elektrolyte für wiederaufladbare Magnesiumbatterien (DOI: 10.1002/chem.202402754).
Eines unserer Ziele ist es, die Leistung des etablierten Elektrolyten, der ein hochfluoriertes organisches Magnesiumsalz enthält (DOI: 10.1021/acsenergylett.8b01061, DOI: 10.1039/C7TA02237A, DOI: 10.1016/j.ensm.2021.11.012), durch anorganische Additive (DOI: 10.1021/acsami.1c07648) und alternative (Co-)Lösungsmittel zu verbessern.
Das darüber hinausgehende Ziel ist die Entwicklung eines Elektrolyten, der frei von fluorierten Kohlenwasserstoffen ist. Die Verwendung solcher Verbindungen, auch bekannt als PFAS [a] (Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen), in Konsumgütern und Materialien wird aufgrund ihrer extrem langen Persistenz in der Umwelt und der Toxizität ihrer Abbauprodukte zunehmend als problematisch angesehen. Umweltfreundlichere Materialien mit ähnlicher Leistung sind daher dringend gefragt.
Weiterführende Information:
Aktuelle Informationen zum Fortschritt von „HighMag“ finden Sie hier: https://highmag-project.eu/
[a] https://echa.europa.eu/hot-topics/perfluoroalkyl-chemicals-pfas
29. bis 30.07.2025
Am 29. und 30. Juli 2025 veranstaltete das Helmholtz-Institut Ulm (HIU) seine zweijährliche Klausurtagung und brachte seine rund 130 Forscherinnen und Forscher aus dem Bereich der Batteriematerialwissenschaften zusammen. Die zweitägige Veranstaltung bietet sich traditionell zum Austausch über vergangene Publikationen und Projekte – sowie neuer Ideen innerhalb der wachsenden Forschungsgemeinschaft des HIU an.
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Das wissenschaftliche Programm war sorgfältig in sechs Themenblöcke gegliedert, die jeweils einen aktuellen Schwerpunkt der Batterieforschung abdeckten. Dazu gehörten: (1) Charakterisierung und Modellierung, (2) Lithium-basierte Batterien, (3) Batterien jenseits von Lithium, (4) Mechanismen, Grenzflächen und Interphasen, (5) Festkörperbatterien sowie (6) Nachhaltige Materialien und Prozesse. Jede Sitzung bot aufschlussreiche Präsentationen und lebhafte Diskussionen, die die neuesten Entwicklungen und Herausforderungen der Batterietechnologie widerspiegelten.
Download: Programm „HIU Biennial Meeting 2025“
Fotos der Veranstaltung: HIU-Klausur 2025
Ein besonderes Highlight war die Postersession, bei der über 30 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsergebnisse präsentierten. Ihre Poster regten zu intensiven Gesprächen an und demonstrierten die hohe Qualität und Vielfalt der Arbeit der nächsten Generation von Batterieexperten. Neben den offiziellen Sitzungen bot das Treffen reichlich Gelegenheit zum informellen Austausch und zur disziplinübergreifenden Entwicklung neuer Ideen.
Wir danken allen herzlich, die zum Erfolg des „HIU Biennial Meeting 2025“ beigetragen haben. Von den Hauptrednern und Sitzungsvorsitzenden bis hin zu den Posterpräsentanten und Teilnehmern – Ihre Teilnahme, Neugier und Energie haben diese Veranstaltung zu etwas ganz Besonderem gemacht.
23.05.2025
Jubel in Ulm, Karlsruhe und Gießen: Der gemeinsame Batterieforschungs-Cluster POLiS (Post Lithium Storage) hat sich im Wettbewerb durchgesetzt und bleibt ein „Exzellenzcluster“. Seit 2018 forschen die POLiS-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an innovativen Batteriematerialien und Speichertechnologien. Damit genießen sie internationales Ansehen: POLiS ist das Flaggschiff des „Green Energy Campus der Universität Ulm„. In der kommenden Förderperiode von 2026 bis 2032 konzentrieren sich die Forschenden auf die Realisierung von Vollzellen und die Wechselwirkungen zwischen den Batteriekomponenten entlang der gesamten Zelle.
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„Wir freuen uns sehr, dass unser Batterieforschungscluster POLiS für weitere sieben Jahre gefördert wird. Die Verlängerung ist ein großer Erfolg“, so die Cluster-Managerin Professorin Birgit Esser, Professor Helmut Ehrenberg und Professor Jürgen Janek. Im 2018 erstmals bewilligten Exzellenzcluster „Post Lithium Storage“ der Universität Ulm, des KIT und der Justus-Lithium-Universität Gießen erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Chemie, Physik, Materialwissenschaften und Ingenieurwissenschaften zukunftsweisende Lösungen für die elektrochemische Energiespeicherung (EES). Ziel ist die Entwicklung lithiumfreier Batterien, die sicher, leistungsstark und nachhaltig sind.
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Mit der Exzellenzstrategie fördern Bund und Länder Spitzenforschung an Universitäten, um diese im internationalen Wettbewerb zu befähigen. 98 Anträge für Exzellenzcluster deutscher Universitäten schafften es in die Endauswahl der Exzellenzkommission, 70 wurden nun zur Förderung ausgewählt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gab die erfolgreichen Cluster am Donnerstag, 22. Mai, bekannt.
Der Präsident der Universität Ulm, Professor Michael Weber, freut sich außerordentlich über den Erfolg in dem hochkarätigen Wettbewerb: „POLiS II ist ein klares Signal: Ulm ist und bleibt das Zentrum der deutschen Batterieforschung und genießt auch international Anerkennung. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir diese Position und unsere hochspezialisierte Forschung in den kommenden Jahren weiter ausbauen: vom grundlegenden Verständnis elektrochemischer Prozesse bis hin zur anwendungsorientierten Entwicklung nachhaltiger Batteriesysteme.“
In der ersten Förderphase drehte sich alles um die Entwicklung einzelner Batteriekomponenten. Im Fokus standen die Suche nach geeigneten Materialien für Elektroden und Elektrolyte sowie die Analyse grundlegender Prozesse an den Grenzflächen. POLiS II geht nun einen entscheidenden Schritt weiter und widmet sich der Realisierung von Vollzellen und den Wechselwirkungen zwischen den Batteriekomponenten entlang der gesamten Zelle. „Unser Ansatz ist dabei einzigartig: Wir wollen das Ion auf seinem Weg durch die Batteriezelle verfolgen“, sagt Professorin Birgit Esser, designierte Clustersprecherin der Universität Ulm.
Was POLiS weltweit so einzigartig macht: Der Batteriecluster untersucht ein breites Spektrum unterschiedlicher Shuttle-Ionen und Materialien, sowohl organischer als auch anorganischer Art, Substanzen aus der Festkörperchemie und Flüssigkeiten. Nachhaltigkeit ist den Forschern dabei besonders wichtig. „Unser gemeinsames Ziel ist es, zukunftssichere Lösungen zu finden, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll sind“, so Esser. Nachhaltigkeitsscreening, Lebenszyklusanalysen und die Identifizierung von „Game Stoppern“ wie der begrenzten Verfügbarkeit von Rohstoffen stehen daher ebenfalls auf der Agenda des Batterieclusters. Elektrochemische Energiespeicher sind ein elementarer Eckpfeiler nachhaltiger Energietechnik. Als Schlüsseltechnologie tragen sie entscheidend zum Gelingen der Energiewende bei.
„Die Bewilligung von POLiS II ist das Ergebnis der außergewöhnlichen Erfolgsbilanz einer einzigartigen Infrastruktur mit weltweit führender Expertise der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Ausbau des erfolgreichen Exzellenzclusters wird die deutsche Batterielandschaft nachhaltig prägen“, sind Esser, Ehrenberg und Janek überzeugt.
Neben POLiS II hatte sich die Universität Ulm um einen weiteren Exzellenzcluster beworben, der von der Exzellenzkommission jedoch nicht zur Förderung ausgewählt wurde: Das Netzwerk „Chem4Quant“ hatte sich mit einem Projekt zur Entwicklung atomar präziser Materialstrukturen für Quantentechnologien beworben.
Über die Partner in POLiS II
Antragsteller für den Exzellenzclusterantrag für POLiS II sind die Universität Ulm, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Justus-Liebig-Universität Gießen verstärkt das Konsortium mit ihrer Expertise in der Grenzflächenanalyse. Weitere Kooperationspartner sind das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB).
Über die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder
Die Exzellenzstrategie ist ein dauerhaftes Förderprogramm des Bundes und der Länder. Ihr zentrales Ziel ist es, die Forschungsexzellenz deutscher Universitäten in international wettbewerbsfähigen Bereichen zu fördern, sie institutionell zu stärken und das deutsche Hochschulsystem weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck umfasst die Exzellenzstrategie zwei separate, aber miteinander verknüpfte Förderlinien. Das Gutachtergremium und die Exzellenzkommission der Exzellenzstrategie entscheiden über Antragsskizzen und Anträge.
Die Förderlinie „Exzellenzcluster“ fördert international wettbewerbsfähige Forschungsgebiete an deutschen Universitäten projektbezogen. Die von Universitäten beantragten Exzellenzcluster bilden Verbünde herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in einem bestimmten Forschungsgebiet zusammenarbeiten. Bewilligte Exzellenzcluster werden mit 3 bis 10 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Das Förderprogramm wird von der DFG verwaltet.
Text und Medienkontakt: Andrea Weber-Tuckermann, Christine Liebhardt
29.01.2025
2025 feiert das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als eine der ältesten Technischen Universitäten Deutschlands Jubiläum: 200 Jahre seit Gründung der Polytechnischen Schule Karlsruhe. Unter dem Motto „Wir gestalten Zukunft. Forschung | Lehre | Transfer“ lädt das KIT 2025 die Medien zu mehreren ganztägigen Informationsreisen ein.
Start ist am 19. Februar 2025 von 08:30 bis 17:00 Uhr mit dem Thema „Alternative Antriebe und Mobilität der Zukunft“. Um die besten Lösungen für einen sicheren und nachhaltigen Personen- und Güterverkehr zu finden, müssen viele unterschiedliche Konzepte nahtlos ineinandergreifen. Die Pressereise stellt die aktuelle Forschung rund um die Themen Batterie, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe vor. Sie zeigt außerdem neuartige Antriebssysteme und geht auf die komplexen Fragen einer vielschichtigen Verkehrsplanung ein.
Die Medien sind zu diesem Besuch am KIT eingeladen, verbindliche Anmeldung bitte bis 15. Februar 2025 per E-Mail an presse@kit.edu.
Expertinnen und Experten des KIT informieren in verständlichen Kurzvorträgen, in Diskussionsformaten und bei Laborrundgängen über ihre Forschung. Sie liefern Hintergrundwissen und ordnen genau die Themen ein, die Bürgerinnen und Bürger, Medien, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik besonders beschäftigen. Merken Sie sich gerne auch den 20. Februar 2025 vor: Anlässlich des 200-jährigen Bestehens des KIT und seiner Vorgängerinstitutionen findet an diesem Tag um 18:00 Uhr der Festakt des KIT zum Jubiläum statt. Eine gesonderte Medieneinladung zum Festakt erhalten Sie Anfang Februar. (bst)
Pressereise „Alternative Antriebe und Mobilität der Zukunft“
Datum/Uhrzeit: Mittwoch, 19. Februar 2025, von 8:30 bis 17:00 Uhr
Ort: Treffpunkt ist die Anmeldung am Campus Nord des KIT, Hermann-von-Helmholtz-Platz 1, 76344 Eggenstein-Leopoldshafen. (Bustransfer zu verschiedenen Stationen an den Campus Nord, Süd und Ost).
Pressereisen im Jubiläumsjahr 2025
Bei insgesamt fünf Pressereisen bietet das KIT Einblicke in die laufende Forschung und Hintergrundwissen zu großen gesellschaftsrelevanten Themen.
Die Termine im Überblick:
Weitere Informationen zu den Pressereisen im Pressebereich: https://www.200jahre.kit.edu/
Kontakt für diese Medieneinladung
Brigitte Stahl-Busse
Pressereferentin
Tel.: +49 721 608-41180
E-Mail: Brigitte.Stahl-Busse@kit.edu
21.11.2024
Drei Forschende des KIT gehören in diesem Jahr zu den „meistzitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit“. Ebenfalls dabei: zwei Batterieforscher. Neben Prof. Jürgen Janek wird der ehemalige HIU-Direktor Prof. Stefano Passerini zu den einflussreichsten Forscherinnen und Forschern gezählt. Passerini gilt schon seit 2015 zu den bedeutendsten Wissenschaftlern weltweit.
Die Nennung des eigenen Werkes in anderen Publikationen ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen immens wichtig. Die Zitierhäufigkeit ist ein wesentliches Indiz für den Einfluss und das Ansehen innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Dieses Jahr sind – neben Passerini – zwei weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT unter den „Highly Cited Researchers“, einer von der „Web of Science Group“ geführten Rangliste. Sie nennt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Publikationen am häufigsten zitiert wurden. Für die aktuelle Liste werteten die Autoren Veröffentlichungen der Jahre 2014 bis 2024 aus. Eine Publikation gilt erst dann als „Highly Cited“, wenn sie in ihrem Fachgebiet und ihrem Erscheinungsjahr zu den Top 1 % der Gesamtzitationen zählt.
Zu den „Highly Cited Researchers“ des KIT in diesem Jahr gehören:
Passerini war als Professor seit Januar 2014 am Helmholtz-Institut Ulm tätig. Von 2019 bis 2021 war er Direktor des Instituts. Er arbeitet seit 35 Jahren an der Entwicklung von Materialien und Systemen für elektrochemische Energiespeicherung. Mit seiner Forschung konzentriert er sich auf das grundlegende Verständnis und die Entwicklung von Materialien für Lithium-Batterien, wie ionische Flüssigkeiten, Polymer-Elektrolyte und Elektrodenmaterialien.
Weitere Informationen
https://www.kit.edu/kit/202411-highly-cited-researchers-aus-dem-kit.php
12. November 2024
The members of Helmholtz Institute Ulm (HIU) would like to commemorate the death of Professor Bruno Scrosati, who worked as a visiting professor in HIU between 2014 and 2016. He was giving a series of inspiring lectures, highly committed to giving advice to young PhD students and future scientists. His valuable lessons of how to build up a career in battery science remain in great memory.
Bruno Scrosati helped in shaping HIU from its foundation in several ways, among which contributing to the publication of the most cited manuscript from HIU and introducing a former PhD student, Stefano Passerini, to become professor and director of the Helmholtz Institute Ulm (presently retired). We would like to refer to his heartedly obituary published on Journal of Power Sources website.
Obituary: Bruno Scrosati (1937-2024)*
Bruno Scrosati, born in Ortisei (St. Ulrich in Gröden), Italy, in 1937, passed away on November 5, 2024 in his house in Rome, Italy.
Bruno Scrosati was a true pioneer in the field of electrochemical energy storage, publishing the first report dealing with the “rocking-chair” battery technology, later renamed lithium-ion batteries (M. Lazzari, B. Scrosati, J. Electrochem. Soc. 1980, 127, 773 – 774.). In 1982, Prof. Scrosati co-organised the first International Meeting on Lithium Batteries (IMLB) in Rome, which has since become the most relevant meeting on lithium batteries.
Bruno Scrosati is the recipient of The Research Award from the Battery Division and the De Nora Award, both awarded by the Electrochemical Society. The XVI edition of the Italgas Science and Environment Prize, and the title of Doctor in Science “honoris causa” from the University of St. Andrews in Scotland, Chalmers University in Sweden and University of Ulm in Germany, are some of the awards Bruno Scrosati has received.
To all who had the privilege of knowing and working with Bruno Scrosati, he was an authentic leader and mentor, always demonstrating a genuine passion for science. Inspired by his enthusiasm, he helped forge two generations of scientists worldwide.
Source: Text by Prof. Stefano Passerini in Journal of Power Sources.